Bericht Frauenwochenende

„Alles im Fluss“…

 

Frauenwochenende in der Zisterzienserabtei Marienstatt

 

An dem spätsommerlichen Wochenende vom 14. bis 16. September 2018 fuhr die Frauengruppe um Judith Borg und Gertrud Wittenstein im neunten Jahr in Folge in den Westerwald. Das kongeniale Tandem der beiden pastoralen Fachfrauen wurde verstärkt von Ann-Kathrin Eckert, die seit wenigen Wochen als Pastoralassistentin zu unserer Gemeinde St. Anna Biebertal gehört.

 

Aus insgesamt achtzehn Frauen entstand eine bunte Runde unterschiedlichen Alters, beruflicher und privater Hintergründe und christlicher Konfessionen. „Alles im Fluss“ – das Motto lud jede von uns ein zu erkunden, was in ihrem Leben gerade fließt, vor sich hin plätschert oder sich vielleicht auch aufgestaut hat.

 

Aus welcher „Quelle“ schöpfen wir unsere Energie, unsere Kraft und Zuversicht?

 

Detailreich und liebevoll gestaltet erwarteten uns im neuen, hellen Tagungsraum Flusslandschaften von Nil, Jordan, Jabbok, Euphrat, Tigris und Paradiesflüssen. Wir erlebten in einer szenischen Darstellung die dramatische Geschichte von Jakob und Esau. Überlegungen und Diskussionen in der großen Runde schlossen sich an. Dann ein individuelles Reflektieren der bisherigen, eigenen „Lebenslinie“, mit der darin empfundenen Gottesnähe und/oder –ferne. Mit einem vertrauensvollen Austausch in Kleingruppen rundeten wir die Arbeit auf Grundlage dieses anspruchsvollen Textes des Alten Testamentes ab.

 

 „Alles im Fluss“ – der Titel war Programm, so dass der Nister, die dem so zauberhaft schönen Tal ihren Namen gibt, im Laufe dieses Wochenendes eine ganz besondere Rolle zukam. Beim Lauschen auf die nächtlichen Geräusche des Wassers schärften wir unsere Sinne und beim Überqueren des Flussbettes loteten wir kleine Grenzen aus.

 

Das von uns immer wieder und mit wachsender Freude gesungene Lied „Alle meine Quellen entspringen in Dir“ (Gotteslob 838/JuGoLo 2) erklärten wir kurzerhand zur „Hymne“ unserer gemeinsamen Zeit!

 

Wie schon vor zwei Jahren hatten wir auch dieses Mal die Möglichkeit, an der Veranstaltung „Nightfever“ teilzunehmen, bei der sich die altehrwürdige Basilika auf ganz ungewöhnlich junge Art und Weise präsentiert.

 

Der Raum wechselnd farbig illuminiert, erfüllt durch unterschiedliche Musikgruppen und Interpret*n, wurde das Allerheiligste auf dem Altar, direkt unter dem wie frei schwebenden Christuskreuz, zur Anbetung präsentiert.

 

Menschen kamen und gingen, formulierten ihre Gebetsanliegen und entzündeten Kerzen. An mehreren Stellen in der Kirche standen Mönche zu Gesprächen zur Verfügung und um das Sakrament der Versöhnung zu spenden.

 

Die Mischung aus Gebeten, Lied- und Textvorträgen, Ruhe und Interaktion war ein  besonderes Erlebnis am Samstagabend. Das Gesamtprogramm des Wochenendes war wie immer sehr abwechslungsreich; mit kreativer Methodenvielfalt konzipiert und zeitlich eingebettet in die vier, seit Jahrhunderten praktizierten Stundengebete der Mönche. An dieser Stelle sei auch nochmal Ann-Kathrin Eckert erwähnt und gelobt. Sie hat ihren Einstieg in das praktische Berufsleben an diesem Wochenende mit Bravour gemeistert!

 

Unsere Zeit in der Abtei Marienstatt verging nicht wie im Fluss, sondern wie im Flug, und mit Bedauern mussten wir nach dem sonntäglichen Mittagessen schon wieder Abschied nehmen. Die Abschlussrunde fand diesmal an dem Springbrunnen im  Klostergarten statt. Hier wurde deutlich, dass alle Frauen durch den Aufenthalt und die Begegnungen an diesem besonderen Ort berührt, erfüllt und gestärkt in ihren Alltag zurückkehren.

 

Was haben wir neben den Informationen aus der Bibelarbeit, unseren unterschiedlich gestalteten Steinen, den kreativen Aquarellen, den Einkäufen aus dem Klosterladen und dem ein oder anderen zusätzlichen Pfund auf unseren Hüften mit nach Hause genommen?

- Warme Dankbarkeit für die Offenheit und das erneut so überaus gelungene Zusammensein von einander bereits bekannten und bisher fremden Frauen

- Helle Freude über die schönen Begegnungen mit unserem lieben Gästepater Dominikus

- Kluge Impulse aus der Predigt von Pater Benedikt, der erläuterte, wie Jesus uns zu einem Perspektiwechsel bewegen will, um letztlich das im Sinn zu haben, was Gott will!

 

…„Mit dem Engel ringen (…) Vielleicht liegt die Weisheit der Geschichte darin, dass wir uns dem Leben, das uns gegeben ist, so rückhaltlos und mutig wie nur möglich stellen sollten – und nicht loslassen, bevor wir den noch unbekannten Segen finden, der allen Dingen innewohnt“ (Rachel Naomi Remen)

 

In 2019 jährt sich die Veranstaltung zum bereits zum 10. Mal!! Dem Vernehmen nach hat Judith schon Zimmer reserviert. Gerne blieben wir länger als zwei Nächte…

 

Wer sich näher über diesen schönen Ort informieren möchte, kann dies unter: www.abtei-marienstatt.de