Sonntagsgedanken zum 14. Februar

Sonntagsgedanken zum 14. Februar

Markus 1, 40-45 am 6. Sonntag im Jahreskreis 

von Diana Shimoail 




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Ein Gottesdienst für Zuhause
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Im heutigen Sonntagsevangelium geht es um heilende Berührungen. Jesus heilt einen Menschen vom Aussatz, auch Lepra genannt. In damaliger Zeit hieß diese chronische Infektionskrankheit eine totale Abschottung von der Gesellschaft und dass man ausgegrenzt von seinen Mitmenschen und der Gesellschaft am Rande der Stadt leben musste. Nicht selten wurden Aussätzige als jene betrachtet, die verflucht sind oder von Gott bestraft wurden.

Jesu Heilung dieses Aussätzigen hat eine Doppelwirkung, so schildert Uns das Evangelium: er wird von seinem medizinischen Leiden geheilt, aber auch von seinem emotionalen Leiden, denn Jesus sendet Ihn zurück in die Gemeinschaft, ermöglicht ihm eine Wiedereingliederung in die Gemeinschaft. Somit eröffnet Jesus diesem vom Aussatz geheilten Menschen ein neues Leben, ohne soziale Barrieren – durch eine einzige Berührung!

Und heute? Seit einiger Zeit leben wir nun, bedingt durch die Pandemie, berührungslos, abgeschotteter- nicht wenige, ganz ohne Familie und Freunde, auch wirklich isoliert und einsam. Berührungen sind durch Corona nicht angebracht – im Gegenteil: Distanz schafft Sicherheit.

Dabei ist Berührung die erste Sprache die wir sprechen. Es ist ein Bedürfnis, dass von Geburt an in uns Menschen verankert ist. Mediziner sind sich einig:  bei jeder Berührung wird das sogenannte Glückshormon Oxytocin ausgeschüttet. Es lindert nachweislich Nervosität und Stress wird abgebaut.

Es ist die liebevolle, zärtliche Berührung unter Liebenden. Die Hand eines Freundes, die auf meiner Schulter liegt und mir Mut schenkt. Der sanfte Druck beim Händeschütteln zur Begrüßung als Geste und die Hand, die ich meiner Großmutter sachte auf die Hand lege, um Sie zu trösten und ihr beizustehen. Berührungen sind wesentlich, können heilen, Not und Trauer lindern. Sie stärken, geben Kraft und Mut.

Auch wenn wir durch Abstand voneinander in Vorsicht und Sorge umeinander in diesen Zeiten der Pandemie leben müssen - so können wir Menschen berühren: durch ein wohltuendes Wort, durch helfende Gesten, durch eine Haltung, die hilft, unterstützt und sich für meine Nächste und meinen Nächsten einsetzt. Sicher: die Berührung Jesu heilte den Aussätzigen -  aber es ist auch die Haltung Jesu gewesen, seine Courage, sich für diesen ausgegrenzten Menschen einzusetzen, die heilte.

Ich wünsche uns für die bevorstehende Zeit des verlängerten Lockdown Momente, in denen wohltuende, schöne Worte und helfende Gesten uns  von ganzen Herzen berühren.

Ihre und Eure

Diana Shimoail

 

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