Sonntagsgedanken zum 4. Fastensonntag

Sonntagsgedanken zum 4. Fastensonntag

Auf die Beziehung kommt es an

von Alexandra Mühl


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Ein Gottesdienst für Zuhause
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Quelle: Daniel Zamilski, Pfarrbriefservice.de

 

 

 

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat. Denn darin besteht das Gericht: Das Licht kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.                                                                                       

Joh 3,14-21

   

Im heutigen Evangelium hören wir einen kleinen Ausschnitt aus einem Gespräch zwischen Nikodemus und Jesus.

Der Pharisäer Nikodemus hatte einiges zu verlieren und so kam er nachts zu Jesus, suchte das Gespräch und stellte ihm seine Fragen.

In dem Abschnitt des Gespräches, von dem wir heute hören, geht es um das Gericht Gottes. Meiner Meinung nach geht es aber auch noch um etwas anderes. Es geht um Beziehung und darum, dass es auch vor Gott am Ende des Lebens vor allem auf Beziehungen ankommt. Natürlich nicht um die oberflächlichen und selbstsüchtigen Beziehungen, die nur ihren eigenen Vorteil suchen.

Das Reich Gottes kann ich mir weder erkaufen noch verdienen. Den Himmel kann ich mir auch nicht durch gute Werke oder die Befolgung von Gesetzesvorschriften verdienen. Vor Gott zählt nicht zuerst, was wir tun, sondern wer wir sind und vor allem unsere Beziehung zu Jesus Christus.

 

Die Fastenzeit kann uns einladen unsere Beziehung zu Jesus Christus anzuschauen – offen und ehrlich .

Vergleichen wir unsere Beziehung zu Jesus einmal mit einer Freundschaft.

In einer Freundschaft ist das Gespräch wichtig. All das, was ich meinem Freund oder meiner Freundin erzähle, sei es bei einer gemütlichen Tasse Tee, bei einem Spaziergang oder bei einer anderen Gelegenheit, all das kann ich auch Jesus erzählen. Ein Gebet ist ja nichts anderes als ein Gespräch mit Jesus. Ich kann ihm von meinem Leben erzählen – ganz gleich ob es mir gerade gut oder schlecht geht. Vor ihm brauche ich nichts zu verheimlichen. Auch Dank, Freude, Hoffnung, Sehnsucht, Wut, Trauer und manche Klage haben in so einem Gespräch ihren Platz. Wenn ich so mit Jesus lebe, ihn an meinem Alltag teilnehmen lasse, wird es eine gute und stabile Beziehung sein und bleiben.

Beim Gespräch, beim Beten, darf ich aber nicht stehenbleiben. Es geht darum ihm auch im Alltag nachzufolgen. Jesus hat ja nicht nur gepredigt, sondern auch Menschen geheilt, ihnen zugehört, ihnen geholfen, sie aufgerichtet und an die Hand genommen. Menschen, die Jesus begegnet sind, gingen gestärkt und ermutigt wieder nach Hause, zurück in ihren Alltag.

Können das Menschen nach einer Begegnung mit uns auch sagen?

Dabei geht es nicht darum Jesus zu kopieren. Wir sind alle Originale und Geschöpfe Gottes. Jede und jeder hat von Gott seine ganz eigenen Gaben und Talente bekommen. Keinem gab er nichts und keiner gab er alles. So gilt es diese ganz persönlichen Gaben und Talente im Alltag, in der Begegnung mit unseren Mitmenschen, einzusetzen.

Gott erwartet übrigens nichts von uns, was er nicht selbst in eine Beziehung einbringt. Echte Beziehung kostet etwas und manchmal muss man auch bereit sein etwas zu opfern. Auch das macht Jesus in dem Gespräch mit Nikodemus deutlich: Aus Liebe zu uns Menschen ist Gott in Jesus Mensch geworden. Aus Liebe wird er den Weg des Leidens gehen und weicht am Ende auch dem Tod am Kreuz nicht aus.    

Wir haben in Jesus Christus die besten Beziehungen. Wir müssen sie nur nutzen und bereit sein, diese Beziehung auch zu leben.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen / Euch ein schönes, beziehungsreiches Wochenende und einen gesegneten 4. Fastensonntag!

 

Ihre / Eure Alexandra Mühl

 

Gedanken aus:  Gottes Wort im Kirchenjahr 2021; Lesejahr B – Band 2 / 4. Fastensonntag