Sonntagsgedanken 13. Sonntag

Sonntagsgedanken zum 13. Sonntag im Jahreskreis

Vom Tod zum Leben

von Heinz Ringel




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Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers Jairus (vgl. MK 5, 21-43) kam und zu ihm sagte:“ Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur.“ Da wurde Jesus ausgelacht. Das war kein befreites und befreiendes Lachen. Es war das Lachen der Verzweiflung und der Hilflosigkeit angesichts des Todes des zwölfjährigen Mädchens, der Tochter des Jairus. Den Tod kann man nicht verlachen. Die Tochter des Jairus stand zwischen ihrer Kindheit und der Zeit der Jugend, der Zeit der Geschlechtsreife. Es sollte die Zeit kommen, in der sie fähig werden sollte, Kinder zu empfangen und sie gebären sollte. Ich denke eine Schwangerschaft bedeutet auch heute für werdende Mütter keine einfache Zeit. Das ist mit viel Freude und Hoffnung verbunden, aber auch mit Verzicht und einer entsprechenden Lebensweise. Die Tochter des Jairus wollte Jesus die Möglichkeit schenken, Kindern das Leben zu schenken. Die Zahl Zwölf als eine Zahl der Vollkommenheit ist Hinweis auf eben dieses Leben. Das gilt auch für jene Frau, die zwölf Jahre an Blutungen litt und demzufolge keine Kinder zur Welt bringen konnte. Auch sie bekam von Jesus die Möglichkeit geschenkt, Kindern das Leben zu schenken. Auch hier taucht die Zahl „Zwölf“ auf - das Symbol des vollkommenen irdischen Lebens. Was mich erstaunt ist die Tatsache, dass in beiden Fällen die Angst der Menschen eine große Rolle spielt. Aber Jesus zerstreut die Angst und auch die Verzweiflung der Menschen. Das Jesus im Haus des Jairus ausgelacht wurde wegen seiner Aussage: “Das Mädchen schläft nur!„ dürfte für ihn eine große Herausforderung gewesen sein, genau jetzt es den verzweifelten Menschen zu zeigen. Deren Verzweiflung verwandelte sich in regelrechtes Entsetzen, weil sie mit der Rückkehr des zwölfjährigen Mädchens überhaupt nicht rechnen konnten. Doch Jesus zeigte damit eine Richtung an, in die sein Erlöserwirken zielt: Weg vom Tod zum Leben hin, zum irdischen und auch zum Leben nach dem Tod hin. Amen.